Regelungen Zentralstelle Prüfstelle Prävention

Aktuelle Änderungen: aktualisierte Fassung des Leitfadens Prävention, Qualifikationsprüfungen

14.02.2021: Der überarbeitete Leitfaden Prävention enthält viele Neuerungen. Die Kriterien zur Zertifizierung digitaler Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote gemäß Leitfaden Prävention 2020, Kapitel 7, Stand Dezember 2020 benennen die Förderkriterien in Hinblick auf eine Zertifizierung eines digitalen Präventions- bzw. Gesundheitsförderungsangebots. 

Dort werden die Qualifikationsanforderungen an die die Mindestunterstützung anbietende Person und - sofern vorhanden - an e-Coaches für digitale Entspannungstrainings siehe Anforderungen für die entsprechenden Entspannungskurse gemäß Kapitel 5.4.3 des Leitfadens Prävention benannt.

 

Wer bereits Erfahrungen mit digitalisierten Angeboten gesammelt hat und Freude am individuellen Unterrichten hat sollte sich diese Kriterien genauer ansehen. Interessante Übergangsregelungen können einen Einstieg in diese Form der Prävention ermöglichen und/oder unterstützen. 

 

Digitale Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote, für die nach dem 1. Juli 2021 erstmalig ein Zertifizierungsantrag gestellt wird, können eine vorläufige Zertifizierung für zwölf Monate erhalten, wenn lediglich der Beleg des gesundheitlichen Nutzens zum Zeitpunkt der Beantragung der Zertifizierung noch nicht vorliegt.

Veröffentlichung der aktualisierten Fassung des Leitfadens Prävention
Im Januar 2021 wurde eine aktualisierte Fassung des Leitfadens Prävention veröffentlicht. Diese enthält ein neues Kapitel mit Kriterien zu digitalen Angeboten in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention. Abrufbar ist der Leitfaden auf der Website des GKV-Spitzenverbandes unter https://www.gkv-spitzenverband.de.

Neues Kapitel 7 des Leitfadens Prävention zu digitaler Prävention und Gesundheitsförderung
Das Kapitel umfasst Regelungen für die digitale Prävention und Gesundheitsförderung in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention. Ziel ist es, den Versicherten einen erweiterten Zugang zu qualitativ hochwertigen digitalen Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten wie z. B. Apps zu eröffnen.

Wesentliche Eckpunkte für die digitalen Angebote sind:

  • Schutz der Versicherten bei der Nutzung digitaler Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote (Leitfaden Prävention, S. 135f.)
  • Ermöglichung von Autonomie und Flexibilität bei der Nutzung Ihrer Angebote (Leitfaden Prävention, S. 131), d. h. bei digitalen Präventionsangeboten können Rhythmus und  Dauer i. d. R. weitgehend selbst von den Versicherten bestimmt werden.  
  • Beleg des gesundheitlichen Nutzens eines Angebots durch eine Studie (Leitfaden Prävention, S. 136f.)
  • Möglichkeit einer vorläufigen Zertifizierung eines Angebots für ein Jahr während der Studie (Leitfaden Prävention, S. 143)
  • Ermöglichung von digitalen Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten zum Thema „Gesunder Schlaf“ (Leitfaden Prävention, S. 79 sowie Kriterien zur Zertifizierung digitaler Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote, S. 20f.)

Die Regelungen des Kapitels 7 des Leitfadens Prävention treten am 01.07.2021 in Kraft.
Bitte beachten Sie zudem, dass IKT-Angebote gemäß Kapitel 5 Leitfaden Prävention, wie gewohnt mit festen Zeiteinheiten, ausgearbeiteten Stundenverlaufsplänen sowie Testlinks etc. zertifiziert werden können.

Qualifikationsprüfung
Ab dem 01.01.2021 erfolgt wie angekündigt die Prüfung der Kursleitungsqualifikationen nach fachlichen Mindeststandards.

Für die Prüfung müssen alle Unterlagen eingereicht werden, mit denen die fachlichen Mindeststandards nachgewiesen werden können. Hierzu ist in der Regel das Ausbildungscurriculum oder das Modulhandbuch, das der Ausbildung bzw. dem Studiengang zugrunde lag, erforderlich. Aus diesem müssen die einzelnen Inhalte der Berufsausbildung oder des Studiums im Detail hervorgehen. Durchaus kann auch die Studien- bzw. Prüfungsordnung dazu geeignet sein, entsprechende Mindestkompetenzen nachzuweisen (z. B. bei Diplom- oder Magisterstudiengängen). Zwingend einzureichen ist zudem die Abschlussurkunde und das Abschlusszeugnis oder Transkript of Records.

Zertifikate oder Urkunden der Aus-, Fort- und Weiterbildung können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls zur Prüfung der fachlichen Mindeststandards herangezogen werden. Hierzu ist es erforderlich, dass durch die Unterlagen die Inhalte und die Umfänge der Aus-, Fort- und Weiterbildung ersichtlich sind.
Eine Prüfung ausschließlich auf der Basis von Abschlüssen (Grund- und Zusatzqualifikationen) ist nur noch im Rahmen der Übergangsregelung möglich (Leitfaden Prävention, S. 60).

Neue Reglungen zur Anerkennung von Institutionen und Regelungen zu Ausbilderqualifikationen
Auch möchten wir Sie an dieser Stelle noch einmal über die Anforderungen zur Erfüllung der Mindeststandards informieren. Aus den Kriterien zur Zertifizierung von Kursangeboten in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V (Stand 23.11.2020, veröffentlicht auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes) können Sie die Anforderungen zur Qualitätssicherung der Aus-, Fort – und Weiterbildungen entnehmen.

  1. Alle Aus-, Fort- und Weiterbildungsinstitute müssen für die Erfüllung der Mindeststandards, gemäß Leitfaden Prävention, weitere Qualitätskriterien erfüllen.
  2. Die Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung, die keinen staatlichen Berufs- oder Studienabschluss vergeben, müssen einen Nachweis der Ausbilderqualifikation erbringen.

Weiterführende Informationen und mögliche Änderungen entnehmen Sie bitte dem Leitfaden selbst sowie den Kriterien zur Zertifizierung und Veröffentlichungen des GKV-Spitzenverbandes.